Wer ist ein Experte?
Einer, der etwas von einer bestimmten Sache versteht und zwar mehr als der Durchschnittsmensch. Ein Sachverständiger, ein Universitätsprofessor, ein Fachmann.
Heute haben wir eine Experteninflation, vor allem im Bereich der Sicherheitspolitik. Geht es um Sicherheitsfragen, sind Experten schnell bei der Hand. Das Innenministerium, die Sicherheitsdirektionen stellen solche Menschen, die taxfrei als Experten ausgegeben werden und als solche auftreten. In den Medien wimmelt es davon.
Wenn es um die Sicherheit geht, ist die Sache immer ideologiebehaftet. Die Fachkenntnis hat zu schweigen, die von der Politik vorgegebene Sprachregelung hat zu gelten.
Und die geht so: Im Falle von Vermögens- oder Gewaltdelikten hat der Bürger Ruhe zu bewahren, sich gefälligst nicht zu wehren, alles über sich ergehen zu lassen und vor allem – den Übeltäter nicht zu erschrecken und schon gar nicht zu beschädigen. Für Vermögensschäden ist die Versicherung zuständig, bei Verletzungen der Unfallchirurg und bei Traumatisierungen der Psychologe. Und wenn es doch ganz ernst werden sollte, kommt die Bestattung.
Das Gewaltmonopol kann man in so einem Fall natürlich verständigen, sollte man an das Telefon gelangen. Das wird sogar empfohlen und das Gewaltmonopol wird einschreiten, wenn es Zeit hat oder gerade in der Nähe ist. Ist aber nicht garantiert.
Nach dieser Philosophie geben die „Experten“ ihre Ratschläge. Sie wissen es natürlich besser, dürfen aber nichts anderes sagen, sonst bekommen sie dienstliche Schwierigkeiten.
Die Öffentlichkeit wird belogen und die „Experten“ sind das Mittel dazu. Sie empfehlen Einbruchsopfern sich schlafend zu stellen, Frauen, mit dem Vergewaltiger vor, nach oder während der Tat interessante Gespräche zu führen, dem Täter Fluchtwege zu öffnen, damit er mit der Beute rasch und ungestört abhauen kann.
Der Täterschutz steht im Vordergrund, Täter sind nämlich die gehätschelten Lieblinge unserer Sicherheitsexperten. Darum wird auch von jedweder Bewaffnung abgeraten. Bewaffnung bringe Eskalation, verärgere den Täter und schließlich werde die Waffe immer entwunden und dann gegen das Opfer verwendet.
All das ist ein aufgelegter Unsinn und die Experten wissen es sicher besser, ihnen wird aber der Mund verboten und vorgeschrieben, was sie zu sagen haben.
Eine unsagbare Heuchelei hat unsere Sicherheitspolitik befallen. Es wird gelogen, was die Delikte anbelangt, die Öffentlichkeit wird darüber getäuscht, woher die Verbrecher stammen und die Opfer werden mit Ratschlägen versorgt, die eigentlich die Behörden schadenersatzpflichtig machen müßten.
Es geht immer noch gut, weil die Medien brav mitspielen, den ganzen Unsinn unkommentiert und unkontrolliert wiedergeben. Aber die Leute wachen allmählich auf. Man kann eine Zeit lang lügen und man kann einen Teil der Leute belügen, aber man kann nicht immer alle belügen. Das geht irgendwann einmal schief. Wir sind so weit.
Aus Querschüsse.at
Kommentar vom Doorman: Ein gelungener Beitrag der die Dinge so beschreibt wie sie sind. Wir, Stimmvieh,
müssen uns aber selber an der Nase nehmen, denn wir haben an den Wahltagen in den letzten 30 Jahren für unser dafürhalten immer das richtige Kreuz gemacht. Das sind die Auswirkungen und wir alle
baden das aus.