Artikel teilen! Teil 4 -- SV, Nahkampf und Kampfsport für Türsteher / Securities: 4) Nahkampf contra Selbstverteidigung Nahka ...
4) Nahkampf contra Selbstverteidigung
Nahkampf wird oft un
d irrtümlich mit dem Selbstverteidigungsbegriff gleichgesetzt. Auf den ersten Blick scheinen die Unterschiede
zwischen dem Kampf auf der Matte und dem auf dem Straße nur gering zu sein. Man wäre eventuell sogar versucht, Unterschiede nur in der Zielsetzung, nicht aber in der Technik zu sehen.
Betrachten wir dazu einmal konstruierten Selbstverteidigungsfall: Sie stehen am Eingang eines Tanzlokales und verweigern einem offensichtlich stark Betrunkenen den Eintritt. Eine Situation die den Betrunkenen in der Regel nicht verständlich ist und er somit auch nicht einsichtig. Es folgen lautstarke Pöbelein und unflätige Beschimpfungen. Als das keine Wirkung zeigt, erfasst der Aggressor den Arm und holt mit der freien Hand zum Schlag aus um sich Eintritt zu verschaffen.
Verharren wir bei dieser Situation und vergleichen wir an ihr den Nahkampf mit der praxisbezogenen Selbstverteidigung.
Nach den Grundsätzen des Nahkampfes würden wir spätestens beim Erfassen des Armes eine Angriffserie mit Tritten in den Unterleib/Knien und
Fauststößen zum Kopf starten und mit Folgetechniken nachgehen, bis der Kontrahent kampfunfähig ist. Und wie der Name „Selbstverteidigung“ – womit landläufig Notwehr gemeint ist-
schon aussagt, wird dabei lediglich verteidigt, also auf einen Angriff reagiert und nicht agiert wie im ersten Fall, der den Bestimmungen des Notwehrrechts gemäß § 3 des STGB eindeutig
zuwiderläuft. In der Regel ein Notwehrexzess mit rechtlichen Folgen für das private Sicherheitsorgan.
Alleine aus diesem kurzen Beispiel ist schon ersichtlich das es in der SV-Ausbildung eines privaten Sicherheitsorgan mehr bedarf als nur kämpfen zu lernen.
Praxisbezogene Selbstverteidigung muss anders agieren und bietet je nach Art der Bedrohung unterschiedliche Lösungen an. Nicht alles, was am SV-Markt ist, eignet sich zur Bewältigung haariger Situationen und der Student ist gut beraten, bei der Auswahl „seines“ Systems kritisch vorzugehen.